Als wäre ich nie weg gewesen

Ich sitze und der Wagen rollt. Es ist gar nicht viel los und der Zug ist vergleichsweise leer. Ich wollte eigentlich das Halbmondkissen mitnehmen, um meinen Unterarm darauf zu legen, wegen der Entzündungsschmerzen im Handgelenk. Aber das würde doch eher seltsam aussehen und ich sehe wahrscheinlich so schon seltsam genug aus. Ansonsten verlief der Morgen einigermaßen nach Plan. Einigermaßen, weil wir eigentlich vor den Kindern aufstehen wollten, aber zwei Kinder gleich mit aufgewacht sind. Das ist aber nicht weiter schlimm.

Auf der Fahrt hat man bis Aue das schönste Stück. Danach wird es weniger schön. Außerdem verschwindet das Internet fast vollständig und taucht erst kurz vor Zwickau wieder auf. Ab Aue wird der Zug auch voller. Nach wie vor eher Schüler und Azubis.

In der Bahn wird meine Anwesenheit gleichgültig hingenommen. Hey, Leute! Da bin ich wieder! Ich war mehr als zwei Jahre weg. Na ja. Von den Leuten von damals ist scheinbar keiner mehr da. Ich bin gespannt, ob das Personal noch das alte ist. Ich denke schon. Zugschaffner haben Gedächtnisse wie Elefanten. Die werden mich wahrscheinlich sofort wieder erkennen. Als wäre ich nie weg gewesen.

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