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Beziehungsweise

Menschen sind Beziehungswesen. Einer tut etwas, weil ein anderer etwas getan oder nicht getan hat. Oder umgekehrt.

Menschen sind Beziehungswesen. Einer tut etwas, weil ein anderer etwas getan oder nicht getan hat. Oder umgekehrt.

Sie liest. Ich schreibe. Obwohl einem sofort klar ist, dass das, was gelesen werden soll, erst mal geschrieben werden muss, hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Denn sie liest natürlich nicht, was ich gerade schreibe und ich schreibe nicht, was sie gerade liest. Das stimmt aber so wieder nicht, denn das eine hat sehr wohl mit dem anderen zu tun, weil sie und ich miteinander zu tun haben. Sie liest eben weil ich schreibe und ich schreibe, weil sie liest. Man könnte jetzt anfangen zu spekulieren, ob ich auch schreiben würde, läse sie nicht oder lüse sie, würde ich nicht…

Das geht aber zu weit und gehört auch nicht hierher. Und: Schreiben wir nicht alle? Aktuell schreiben wir zum Beispiel den Monat November, wer wollte sich da ausklinken? Den November beziffern wir mit einer elf, während der Name doch eher eine neun anklingen lässt, wie der Oktober die acht oder der September die sieben. Was ist da los? Verschwörung? Bin ich wieder der Einzige, der so etwas bemerkt? Elf und zwölf kommen in den Monatsnamen überhaupt nicht vor, oder hat man schon vom Undezember oder Duodezember gehört? Jetzt liest sie nicht mehr. Was soll ich denn jetzt machen? Wieder mittendrin aufhören zu schreiben? Das würde sie nicht wollen. Ich würde ja auch gern lesen, aber ich kann es nicht. Ich schreibe lieber. Es können nicht alle schreiben, denn irgendjemand muss das Geschriebene auch lesen. Gut, ich lese es ja, während ich es schreibe. Das trifft auch wieder auf alle Schreiber zu. Man kann nichts geschrieben haben, was man nicht auch gelesen hat. Umgekehrt ist das aber möglich.

Jetzt schläft sie. Weil ich schreibe? Wäre sie auch eingeschlafen, hätte sie gelesen, was ich schreibe? Es gibt ja Leute, die lesen, um einschlafen zu können. Also muss es auch entsprechende Literatur geben. Einschlaftexte quasi. Die würde ich gerne mal unseren Kindern vorlesen. Ich brauche zum Einschlafen keine Geschichten. Ich lege mich hin - und schon schlafe ich. Leider kann dann keiner mehr einschlafen, der bis dahin noch nicht schläft, denn ich schlafe sehr laut. Aber noch bin ich ja wach. Schläfst du?

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allgemein alltag beziehung lesen schlafen schreiben

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