Challenges

Wenn sich ein Ablauf endlich einigermaßen eigespielt hat, ja wenn man kurz davor steht, ihn reibungslos abschnurren zu sehen, wie ein gut gehendes Uhrwerk, wenn also nach unzähligen Fehlversuchen ein Rädchen ins andere greift und fast alles passt - dann ist es an der Zeit, ein paar neue Challenges aufzurufen, damit die Sache nicht etwa langweilig wird und man jegliches Interesse an ihrer Entwicklung verliert. Die offensichtliche Monströsität dieses Satzes illustriert vielleicht anschaulich, wo wir gerade stehen: Vor den nächsten Challenges. Und zwar einigermaßen fassungslos.
Es ist eine logistische Herausforderung, drei kleine Kinder in den Kindergarten und wieder nach Hause zu bringen, auch, wenn nur ein Elternteil jeden Tag außerdem noch zur Arbeit muss. Wir haben einen guten Weg gefunden, der sogar noch den Wünschen der Kinder gerecht wird. Mit Beginn der neuen Woche tritt nun die Stadt auf den Plan und ruft die neuen Challenges auf. Sie sperrt die Brücke, über die man fahren muss, will man den Kindergarten von uns aus auf dem kürzesten Weg erreichen. Nun gibt es zwar einen (viel längeren) anderen Weg, aber der ist eine Einbahnstraße. Man kommt nicht auf demselben Weg zurück und muss erst über den Berg in den nächsten Ort fahren, dort umständlich wenden und dann zurückfahren. Für Fußgänger gibt es zwar einen Weg nicht weit neben der Einbahnstraße hinunter, aber dann landet man am anderen Ende der Stadt.
Solange ich nur die Kinder im Anhänger hinter mir herziehe, mag das angehen. Aber ich muss auch noch irgendwie den Vorschüler auf seinem Fahrrad nach Hause bekommen. Mit den Ampeln hat er es schon gut hinbekommen, aber jetzt müsste er durch zwei Kreisverkehre und auf dem Gehweg, auf dem er fährt, die Straßen kreuzen. Ich kann mir noch nicht so richtig vorstellen, wie das gehen soll. Aber was soll's? Genau das ist eben die Challenge.
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