Endlich Kaffe trinken
Ich bin erkrankt. Nicht plötzlich, aber nachhaltig. Erst schwoll die Nase zu. Dann schwoll sie wieder ab und begann zu laufen. Wie Wasser. Liegen ging gar nicht, ich drohte zu ertrinken. Ich musste sitzen. Da ich im Bett wegen der Dachschräge nicht sitzen kann, musste ich wieder ins Wohnzimmer umziehen. Kaum saß ich dort, war der Kolben wieder zu. Atmen konnte ich nur noch durch die Augen, weshalb an Schlaf nicht zu denken war. Aber irgendwann ist auch die längste Nacht zu Ende und der Tag will gepflückt werden, ob man nun geschlafen hat oder nicht.
Ich hatte nicht. Dafür fällt mir jetzt ständig der Kopf auf die Tastatur und verursacht Zeichensalat, den ich hinterher wieder umständlich löschen muss. Die Mittlere hatte gerufen, als wir gerade schlafen gehen wollten. Ich setzte mich auf die Bettkante und hielt Händchen. Mit der anderen Hand tupfte ich mir den Rüssel. Darüber muss ich eingenickt sein. Als ich wieder wach wurde, stand das Kind im Bett und erzählte mir irgendwas. Ich sprang auf und schrie
"Schlaf jetzt endlich, du @łðđ ŋħŧ«¢„“ ðđŋħ¶¢ſ«ðæ!!!"
Am nächsten Tag beim Mittag habe ich sie gefragt, ob sie noch wüsste, was ich nächtens zu ihr gesagt habe. Zum Glück wusste sie es nicht mehr. Ich will es auch nicht noch einmal sagen müssen.
Nachdem ich nun meinen Kopf wieder aus der Tastatur gezogen habe, fühle ich mich etwas erfrischter. Jetzt will das große Kind Autokarten spielen. Obwohl ich ein bisschen Schlaf nachholen konnte, verliere ich haushoch. Ich habe einfach nur lahme Seifenkisten ohne Umdrehungen oder Hubraum. Als die schönste Frau und Mutter wieder mit der Mittleren vom Einkaufen zurückkommt, ist auch der Kleine wach und das Wochenende kann seinen Lauf nehmen. Das geht so, dass alle die Schlange des Ältesten suchen, die seit dem Mittagessen verschwunden ist. Er findet sie schließlich selbst und wir können endlich Kaffee trinken.

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