Es gibt keine Wollmäuse mehr
Nach dem Wochenende ist vor dem Wochenende. Es heißt also in die Hände gespuckt, bevor man wieder zu nichts mehr kommt. Kleines Update: Die Lampe hängt wieder. Ich hatte es zwar nicht geschafft, die Spachtelmasse herauszusuchen, bis die Großeltern wieder zu Besuch gekommen sind. Der Opa wollte aber am Abend noch eine Runde zocken und ist kurzerhand auf den Esstisch gestiegen, um den Haken an einer anderen Stelle in die Decke zu drehen. Stattdessen habe ich mir im Garten zu schaffen gemacht. Meine Kartoffeln haben inzwischen im Keller meterlange Tentakeln bekommen. Ich wollte mal sehen, was dabei herauskommt, wenn ich sie jetzt noch in die Erde bringe. Ich rechne mit einer Rekord-Ernte. "Die dümmsten Bauern..."
Beim wöchentlichen Aufziehen der alten Wohnzimmeruhr meiner seligen Eltern hat sich die Feder mit einem lauten Knall verabschiedet. Ich glaube nicht, dass sich eine Reparatur lohnt und habe die Uhr ausgebaut und den Uhrenkasten wieder an die Wand gehängt. Ich bin gespannt, was sich in einer Woche darin ansammeln wird. Als ich noch allein in meinem Single-Schließfach lebte, habe ich mir mal ein neues Regal aufgestellt. Es reichte bis zur Decke und ich dachte, ich lasse es erst mal leer. Innerhalb kürzester Zeit war es voll, ohne dass es dafür irgendwo in der Wohnung leerer geworden wäre.
Das Zauberwort heißt "Entropie". Sie wird in geschlossenen Systemen immer größer und das Ergebnis dieses Prozesses ist, dass am Ende sämtliche Materie schön gleichmäßig im System verteilt ist. Das ist dann der sogenannte "Wärmetod" des Systems. Soweit ist es in unserem System noch lange nicht. Einer meiner ersten Texte aus dem Jahr 2013 hieß übrigens "Entropie und Wollmaus". Darin kann man nachlesen, wie sich die vergleichsweise winzigen Wollmäuse der Zunahme der Entropie erfolgreich widersetzen. Aber das ist alles sehr, sehr lange her und ich weiß nicht, ob es übernoch Wollmäuse gibt. Ich habe jedenfalls schon lange keine mehr gesehen.
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