Flucht aus der Dachmansarde
Ich versuche gerade, mich daran zu erinnern, wann und wie ich das letzte mal so richtig ordentlich gefroren habe. Also so mit zähneklappern und zittern und so. Es will mir einfach nicht einfallen. Halt! Doch!! Jetzt weiß ich wieder. Es war im Haus der Schwiegereltern. Im alten Kinderzimmer meiner schönen Frau. (An dieser Stelle muss ich aufpassen, dass ich nicht die Adjektive verdrehe!) Die Heizung war abgestellt und es war so kanckekalt da drinnen, dass ich auf dem Fußboden ohne Decke neben dem Kinderbett meiner Tochter fast erforen wäre. Aber das ist Schnee von gestern. Inzwischen ist es in dem schönen Kinderzimmer wahrscheinlich genauso heiß, wie in unserer Dachmansarde.
Wir flohen ins Freibad und wir waren nicht die ersten, die auf diese ausgefalle Idee gekommen sind. Aber immerhin gab es noch einen Schattenparkplatz und ein paar Schatten-Liegeplätze zur Auswahl. Im Raschauer Freibad gibt es eine Rutsche, die zu benutzen ich mich inzwischen weigere, weil ich darauf mal stecken geblieben bin. Kinder und auch Erwachsene schwingen sich auf die Rutsche und rasen in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch mehrere Kurven hinab, aber ich blieb einfach sitzen, kam nicht vom Fleck und musste mich unter großem Hallo mit beiden Armen nach unten schieben. Seitdem bleibe ich dem Ungetüm fern.
Inzwischen weiß ich: Es gibt einen Trick. Fast jeder, der sich in die Rinne schwingt, zieht sich vorher hinten die Badehose runter. Also die Jungs. Bei Mädchen habe ich so ein Verhalten noch nicht beobachtet. Aber Mädchen bleiben auch nicht stecken. Es muss irgendwas mit Jungs-Badehosen zu tun haben. Der Vorschüler rutscht inzwischen alleine, ich sollte ihn nur im Auslaufbecken in Empfang nehmen. Ich wartete, bis er oben losgerutscht war und stieg dann ins Becken. Es dauerte eine ganze Weile, bis er ankam. Er schob sich mit beiden Armen vorwärts. Er hat also entweder unterwegs gebremst oder wir haben den gleichen Hintern.
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