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Hände falten

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein paar Regentropfen heilen keine Trockenheit, wie wir sie bis jetzt hatten. Aber immerhin. Der geschundene Boden sah ein bisschen erholter aus, nach der letzten Nacht. Manchmal kommt es mir auch so vor, als wenn das Schicksal der Welt doch ganz woanders entschieden wird. Vielleicht hängt es ja doch davon ab, ob ein paar Kinder aus einer Höhle gerettet werden können. Und wir sitzen hier und können einfach gar nichts machen. Jedenfalls nicht mehr, als die buddhistischen Nonnen, die in der Nähe der Höhle waren und beteten. Aber vielleicht kommt es ja gerade darauf an. Und jetzt ist es in der Tat gut ausgegangen und es fühlt sich ein bisschen so an, als ob die Welt wieder ein bisschen runder läuft. Ständig sind irgendwo Kinder in Not und selten findet ihre Not so viel Aufmerksamkeit. Wenn es aber nur ein paar Menschen gäbe, die ihre spirituelle Kraft für sie einsetzen würden, wäre die Welt schon ein bisschen besser, glaube ich.

Um die Kinder dann wirklich zu retten, braucht es natürlich etwas ganz anderes als die Gebete frommer Menschen. Aber die Welt ist ziemlich verrückt und die Zusammenhänge liegen tief im Dunkel verborgen. Ich glaube schon, dass es manchen Menschen gelingen kann, dorthin vorzudringen und dass sie, ohne zu wissen wie, dort auch etwas bewirken können. Dazu müssen sie es fertigbringen, sich von sich selbst und von ihrem Wollen zu lösen. Nur ganz ohne Selbst und nur ohne etwas zu wollen, können sie etwas verändern. Das ist ein Geheimnis, das kein westlicher Macher jemals zu durchdringen vermag.

Nun hat es jedenfalls ganz ordentlich geregnet. Das wird die Ernte hier nicht mehr retten, aber alles Lebendige kann ein wenig freier atmen. Unseren Politikern wünschen wir einen schönen Sommerurlaub und allen ausländischen Politikern auch. Und insgeheim wünsche ich mir selbst und uns allen, dass das Schicksal der Welt nicht in ihren Händen liegt. Dann schon lieber in den Händen derer, die sie falten, erheben oder in den Schoß legen. Amen.

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