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Jauchzet! Frohlocket!!

Geschenke, Geschenke! Und was für welche!

Weihnachtsgeschenke besorgen ist eine Sache. Weihnachtsgeschenke einpacken eine ganz andere, wenn die Familie zu Hause herumlungert und man keine Minute lang unbeobachtet agieren kann. Dabei gibt es auch noch genug anderes zu tun. Allerdings packen Väter traditionell Geschenke immer erst am Heiligabend kurz vor der Bescherung ein. Wenn man denn etwas zu verschenken hat. Das Protokoll sieht dafür die Zeitspanne vor, die die Rumpf-Familie mit dem Besuch der Christvesper zubringt. Wenn man Pech hat, muss in dieser Zeit auch noch der Baum aufgestellt und der Punsch zubereitet werden. Darüber gibt es eine schöne Folge von "Ein Herz und eine Seele", wobei Alfred allerdings Baum und Geschenke vernachlässigt und sich ganz dem Punsch widmet.

Mit dem Schenken sollte man aber auch ein bisschen aufpassen, denn das Fest der Liebe soll ja nicht zum Schrottwichteln verkommen. Es kommt weniger darauf an, dass man selbst etwas verschenkt, sondern darauf, dass man sein Geschenk reinen Herzens annehmen kann. Weihrauch und Myrrhe waren ja auch nicht unbedingt besonders praktische Geschenke, sondern hatten eher Zeichencharakter. Aber für solche Ermahnungen sind Kinder ja bekanntlich vollkommen unempfindlich. Leider sehen sie auch zwischen Wohlverhalten und Weihnachtsgeschenken nicht den geringsten Zusammenhang. Den es theologisch ja auch gar nicht gibt, denn die Erlösung wird dem Menschen ja gerade trotz und wegen seiner Halsstarrigkeit und Verlorenheit geschenkt.

Jetzt, wo ich meine schöne Frau zwischen den vielen Geschenken auf dem Wohnzimmerfußboden beim Einpacken beobachte, wird mir klar, dass der Weihnachtsmann wirklich nur für die Zustellung der Pakete im Sack zuständig ist. Eben für das Grobe. Aussuchen und einpacken, die Feinarbeit, liegt in berufeneren Händen. Ehe man also irgendwelchen Krimskrams mit seinen groben Griffeln unbeholfen schlampig mit schlecht ausgesuchtem Material umhüllt, begleite man seine Lieben besser zur Christvesper, lege seine Hände in den Schoss und lasse sich mitreißen vom neuen, vom weihnachtlichen kategorischen Imperativ: Jauchzet!! Frohlocket!!!

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