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Lassen wir ihm Zeit

Beim Urlaub ist es ja so, dass es immer erst nach einer ganzen Weile schön wird. Niemals ist Urlaub gleich richtig gut. Man muss ja erst mal ankommen, sich mit den Gegebenheiten vertraut machen und abfinden und dann kann es eben irgendwann auch schön werden. Wenn man dann zu kurz gebucht hat, hat man das Nachsehen. Dann muss man vielleicht abreisen, bevor es schön geworden ist. Drei volle Wochen wären ideal, zehn Tage sind das Minimum. Wir haben neun Tage. Das wird wahrscheinlich nicht reichen.

Es beginnt mit dem Einkaufen. Es dauert eben eine Weile, bis man sich in einem fremden Supermarkt so zurechtgefunden und alle Zutaten für das Abendessen zusammen hat. Wenn man dann der Landessprache nicht mächig ist, kann sich auch das noch mal nachteilig auswirken. Ich wurde an der Kasse dreimal etwas gefragt. Ich verneinte konsequent. Beim erstenmal verstand ich etwas von Hundewelpen, die zweite Frage hörte sich an, wie ein Zeitschriften-Abo und die dritte habe ich überhaupt nicht verstanden. Es ist zwar schön, wenn sich in unmittelbarer Nähe des Supermarktes auch ein Spielplatz befindet. Aber wenn der so toll ist, dass sich die Kinder nicht mehr davon lösen können, während einem im Auto bei 45 Grad das Bier warm wird, hört der Spaß auf.

Die Ferienwohnung selbst ist okay, aber nicht unbedingt kindgerecht ausgestattet. Den Couchtisch mit abnehmbarer Glasplatte konnte ich noch abbauen, ehe ernsthafter Schaden entstand, aber die Glastür in der Küche bleibt als Gefahrenquelle bestehen. Ob wir zum Frühstück Kaffee trinken können, hängt noch davon ab, ob es gelingt, die Kaffeemaschine zum Laufen zu bringen. Bis jetzt blinkt sie nur hektisch mit der Uhrzeit. Aber wie gesagt: So ein Urlaub ist niemals von Anfang an schön. Also lassen wir ihm ein bisschen Zeit.

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