Man ist, was man ist - und bleibt es besser auch

Zwei Froschfiguren aus Keramik sitzen auf einem schmalen, verwitterten Holzbrett über einem Teich; links die größere in weiß, rechts die kleinere in grün mit gelben Tupfen. Im Wasser spiegeln sich Pflanzen und eine orangefarbene Koi-Fischschuppe ist sichtbar, am Teichrand liegen flache Steine und Moos.

Dass Maulwürfe keinen Winterschlaf halten, habe ich nicht gewusst. Sie ziehen sich im Winter in tiefere, frostfreie Bodenschichten zurück und zehren dort von den Vorräten, die sie angelegt haben. Und da wird es interessant, denn bekanntlich fressen Maulwürfe ja kein Gemüse. Nein, sie legen sich für den Winter einen Vorrat an Regenwürmern an, denen sie die Köpfe abbeißen. Auf diese Weise bleibt der Regenwurm lebendig, kann aber nicht wegkriechen, weil er ohne Kopf zu keiner koordinierten Bewegung mehr fähig ist. Dass er ohne Kopf auch nichts mehr fressen kann, scheint nicht weiter schlimm zu sein. Man fragt sich doch, woher die Maulwürfe das wissen und wie sie dieses Wissen weitergeben.

Wie auch immer, jedenfalls scheint so ein Maulwurfsleben gar nicht so schlecht zu sein. Einen ganzen Winter lang zu chillen und Vorräte zu verzehren, stelle ich mir ganz angenehm vor. Man muss freilich ausreichend eingesammelt haben. Denn wenn einem die Regenwürmer ausgehen, während noch Schnee liegt, wird es gefährlich. Einmal an der Oberfläche wird man mit seinem schwarzen Fell im weißen Schnee schnell zur leichten Beute für Eulen, Füchse oder Hunde. Selbst, wenn man davonkommt, wird man schwerlich selbst Beute machen, denn auch die Schnecken und Insekten machen sich im Schnee eher rar.

Was darüber hinaus über das Leben der Maulwürfe bekannt ist, bleibt einigermaßen überschaubar. Im Gegensatz zu mir bloggen Maulwürfe nicht, was sie ein wenig geheimnisvoll und unnahbar erscheinen lässt. Das ist aber auch der einzige Unterschied zwischen uns. Ich empfehle den Maulwürfen nicht, an ihren Gewohnheiten etwas zu ändern. Man ist, was man ist und bleibt es besser auch. Das betrifft insbesondere ihre einzelgängerische Lebensweise und die Aufzucht der Jungen allein durch die Mutter.

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📝 2026-10-25 16:15