Man muss Ideen haben
Was ist besser: Wenn man nachts zu einem Kind ans (ins) Bett muss, weil es ruft - oder wenn das Kind ungerufen ins eigene Bett kommt? Bei einem Kind war die Antwort klar. Soll er doch kommen, dann brauche ich nicht rennen. Obwohl ich mich erinnere, ihn noch auf dem Flur abgefangen und wieder in sein Bett zurück getragen zu haben. Das war noch so, als meine schöne Frau mit dem zweiten Kinde hochschwanger war und mir mit den Worten "Das Kind kommt!!" so einen Schreck eingejagt hat, dass ich heißes Wasser und Handtücher holen wollte. Es kam aber nur der Erstgeborene und ich sollte ihn wieder zurücktragen.
Wie auch immer, ab zwei Kindern wird es in einem normalen Doppelbett einfach zu eng. Es ist wie im überfüllten Zug: Wenn auf der einen Seite einer einsteigt, muss auf der anderen Seite einer aussteigen. Das sollte eigentlich ich sein, aber manchmal werde ich nicht richtig wach, weil ich durch das nächtliche Rumgerenne zu erschöpft bin. Wir wissen noch nicht, wie wir aus dieser Nummer wieder herauskommen. Wir kennen Eltern, bei denen hat jedes Kind ein Zimmer, das sie aber an Übernachtungsgäste vermieten können, weil die Kinder nachts nicht in ihren Betten bleiben.
Mein Vorschlag wäre ja, übergangsweise ein Gemeinschafts-Matratzenlager einzurichten, bis die Kinder wieder von selbst in ihre Zimmer und in ihre eigenen Betten zurück wollen. Wir wollten ja sowieso ein bisschen umsortieren, was die Zimmerverteilung betrifft. Dann können wir quasi bei null anfangen. Oder das älteste Kind muss außen liegen, damit die Platznot im überbelegten Doppelbett erfahrbar wird. Oder wir bleiben als Eltern eine zeitlang die Nacht über auf dem Sofa sitzen und gehen gar nicht ins Bett. Ja, Erziehung ist kein Hexenwerk! Man muss nur Ideen haben. Und die sind mir bis jetzt noch nicht ausgegangen.
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