Nächster Halt: Urlaub
Wir sind wieder zusammen. Meine schöne Frau, meine Kinder und ich. Dass das nicht selbstverständlich ist, begreift man sofort, wenn man mit der Bahn zurückkommt. Als wir noch keine Kinder hatten, lagen sechs Stunden Bahnfahrt zwischen uns, während derer viel passieren konnte. Einmal im Winter hatte die Erzgebirgsbahn schon den Betrieb eingestellt, als ich losfuhr. Ich bin quasi abgesprungen, im festen Glauben aufgefangen zu werden, bevor ich ungebremst aufschlage. Ein anderes Mal, natürlich auch im Winter fuhr die S-Bahn zwischen Leipzig und Zwickau nicht weiter und ich stand allein und frierend in Gößnitz. Diesmal war es nur Bad Staffelstein, aber auch dort kann viel passieren.
Es ist aber gar nicht so viel passiert. Nur eine Verspätung. Der Grund dafür sei eben die Verspätung, wurde mitgeteilt. "Verspätete Bereitstellung des Zuges." Alles kein Ding. Viel schwieriger war, jetzt nicht in den verkehrten Zug einzusteigen. Das hatte ich schon mal geschafft, aber dann wurde der Zug geteilt. Die Bahn lässt sich eben etwas einfallen, damit so eine Fahrt nicht langweilig wird und man etwa noch einschläft. Der vordere Zugteil fuhr nach Saalfeld, wo ich hin wollte, der hintere fuhr nach Coburg. Aber auch diese Herausforderung hatte ich gemeistert.
Nächster Halt: Familienurlaub.
"Mein Verhältnis zu Behörden war nicht immer ungetrübt, was allein nur daran lag, dass man nicht kann, was man nicht übt"
hat Reinhard Mey seinerzeit gesungen. Das trifft ohne Abstriche auch auf Familienurlaube zu. Wir üben nun schon eine ganze Weile, so dass inzwischen vielleicht eine gewisse Könnerschaft erwartet werden kann. Und wenn auch das eine oder andere nicht auf Anhieb gelingt, so gelingt es doch immer besser.
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