Nicht ansteckend

Ich wollte Wäsche aufhängen und musste dafür über den Hof zum Wäscheplatz laufen. Als ich die Wäscheleinen erreichte und die Wäsche darüber hängen wollte, stellte ich fest, dass ich die Klammern vergessen hatte. Ich ging noch mal zurück ins Haus. Dann kam ich zurück zum Wäscheplatz und war klatschnass. Die Wäsche war dafür so gut wie trocken und ich brauchte sie nicht mehr aufhängen. So lassen wir uns das gefallen. Jetzt brauchte ich nur noch die Sachen aufhängen, die ich auf dem verschwitzten Leib hatte.

Es gibt nicht viel, was man den aktuellen Wetterunbilden Gutes abgewinnen kann, aber man muss sich auch ein bisschen Mühe geben. Unserem seligen Vater konnte es seinerzeit ja nicht warm genug sein und er hat darunter gelitten, dass ihm hohe Laubbäume seine Erdgeschoss-Wohnung verschatteten. Davon können wir hier unter dem Dach nur träumen, genau wie von den Nieder-Neuendorfer Havelseen, die unweit seiner Haustüre sanft ans Ufer plätscherten.

Kinder scheinen nun ganz unterschiedlich auf die Hitze zu reagieren. Manche werden agil und steigern ihre Aktivitäten auf ein bisher nicht gekanntes Höchstmaß. Andere werden eher phlegmatisch und lümmeln ein bisschen aphatisch herum. Wieder andere bekommen den unter allen Eltern gefürchteten Hitzekoller. Dagegen ist nun kein Kraut gewachsen und außer Schutz vor Selbst- und Fremdverletzungen kann man nicht viel machen. Das ist ganz schön blöd, anstrengend und nervtötend. Aber nicht ansteckend.

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