Nicht mit der Zeit herumspielen

Seit 1980 gibt es die Stunde zwischen 2:00 Uhr und 3:00 Uhr einmal im Jahr doppelt. Dafür fehlt sie auch einmal im Jahr. Dass sich das ausgleicht ist aber eine Milchmädchenrechnung.

Hohe Baumstämme und ein dichter Blätterdach sind sichtbar. Helles Sonnenlicht fällt durch die Bäume und erzeugt starke Lichtstrahlen, Blendreflexe und aufgehellte Bereiche auf dem Waldboden.

Das Mysterium der Zeit fesselt mich nach wie vor. Es wäre doch nicht schlecht, wenn ich jetzt durch eine Türe hinausgehen könnte und, nach ein paar Klicks auf dem Smartphone, vor einer Woche wieder hineinkäme. Das funktioniert natürlich auch in die Zukunft, ist aber unsicherer und riskanter. Man weiß nie, in was man hineingerät. Bei der Vergangenheit weiß ich ziemlich genau, was gerade los war und vor allem, wo ich mich gerade aufhalte. Ich dürfte natürlich nicht zur Türe reinkommen, während mein Vergangeheits-Selbst im selben Raum sitzt. So eine Begegnung gilt als Paradoxon und ist bei Zeitreisen verboten. Wahrscheinlich verliert man auf der Stelle den Verstand, wenn man sich selbst zur Tür reinkommen sieht.

Das macht die Sache für die letzten zwei Jahre allerdings undurchführbar. Jedenfalls, solange ich in meiner Wohnung in der Vergangenheit auftauche, denn ich war eigentlich immer zu Hause. Wenn ich nicht zu Hause war, waren die anderen auch nicht da. Da wäre ein Besuch auch sinnlos. Was soll ich in meiner leeren Wohnung in der Vergangenheit? Wenn ich eine Weile darüber nachdenke, fällt mir aber schon was ein. Ich müsste in die Zeit zurück, als ich noch meinen alten goldenen Ehering hatte.

Allerdings müsste ich dann schon zu einer Zeit auftauchen, in der ich zu Hause war, und zwar nachts. Meinen Ring habe ich zum Schlafen immer im Bad abgelegt. Ich bleibe also abends noch im Bad, während meine schöne Frau schon ins Bett geht. Dann stelle ich das bekannte Datum ein, hole den Ring und kehre wieder zurück zu dem Moment, als meine schöne Frau die Tür schließt. Aber vielleicht habe ich das in der Zunkunft schon längst gemacht? Darum ist der Ring jetzt weg, bleibt unauffindbar und taucht erst in der Zunkunft wieder auf, wenn ich ihn geholt habe. Aber warum habe ich ihn aus der Vergangenheit geholt, wenn er da eigentlich gar nicht weg war sondern nur verschwunden ist, weil ich ihn geholt habe? Man soll eben nicht mit der Zeit herumspielen.

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zeit zukunft vergangenheit

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