So geht das aber nicht!
Meine schöne Frau und ich haben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt. Wer geht zum Elternabend? Wer hingeht, muss bekanntlich auf zu kleinen Stühlen sitzen und die Vorträge des Lehrkörpers über sich ergehen lassen. Dazu kommt noch die gefürchtete Wahl der Elternvertreter. Wer zu Hause bleibt, muss drei Kinder allein ins Bett bringen. Es ist eine Wahl zwischen Kugel und Strick, darum ist Schnick-Schnack-Schnuck die richtige Methode. Bei mir kommt noch erschwerend hinzu, dass ich vielleicht wieder für den Opa gehalten und weggeschickt werde. "Es heißt Elternabend und nicht Großelternabend." In der Kindergarten Musik-Mitmachstunde ist mir das regelmäßig passiert. Aber da waren Großeltern ausdrücklich zugelassen.
Beim Ins-Bett-Bringen sind wir immerhin schon so weit, 2 Kinder gleichzeitig zu verarzten. Der jüngste geht noch vor dem Sandmännchen und kriegt Einzelbehandlung. Wenn man allein im Dienst ist, geht das natürlich nicht. Der Kleine wusste nicht so recht, was er davon halten sollte. Erst hat er mal mitgemacht und sich hingelegt. Aber nur kurz. Es dauerte nicht lange und er saß wieder im Bett und klatschte in die Hände. Die großen maulten, sie wären jetzt aber müde und müssten schlafen. Das war ein schöner Anlass, um richtig aufzudrehen. Ich saß im Dunkeln auf der Bettkante und sagte immer wieder: "So geht das aber nicht!"
Schließlich sind die beiden älteren Kinder dann vor Erschöpfung eingeschlafen und ich konnte den Kleinen, der natürlich noch wach war, wegtragen. Nach annähernd zwei Doppelstunden in der Schule kam meine schöne Frau endlich nach Hause und konnte sich auch noch mal eine halbe Stunde mit dem jüngsten abgeben. Als sie wieder zu mir kam, sagte sie, sie hätte richtig Lust bekommen, auch noch mal in die Schule zu gehen. Meinetwegen, aber bitte nicht in die Abendschule. Und nicht, solgange die Kinder klein sind.
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