Der Waldwipfelweg bei Sankt Engelmar
Der Waldwipfelweg bei Sankt Engelmar ist so etwas wie eine Seebrücke, nur eben über dem Wald entlang. Statt einer Taucherglocke am Ende hat er einen Waldturm in der Mitte, auf dem man hoch über die Baumwipfel hinaufsteigen und in einer Tunnelrutsche mit einem Affenzahn wieder hinunterrutschen kann. Außerdem gibt es dort neben vielen anderen Attraktionen auch ein schiefes Haus, das auf dem Kopf steht und das Schwerkraft und Optik ordentlich durcheinander wirbelt. Man ist froh, wenn man draußen wieder festen Boden unter den Füßen hat. Im Kugelhaus kann man eine Holzkugel gegen zwei Euro aus einem Automaten ziehen und über völlig verrückte Murmelbahnen rollen lassen.
Vor der Rutsche hatte ich ein bisschen Bammel, weil ich auf einer ähnlich gebauten Wasserrutsche einmal stecken geblieben bin. Wir waren mal alle zusammen im Raschauer Freibad und ich wollte mit dem ältesten rutschen - und es ging nicht vorwärts. Vor mir und nach mir sausten auch deutlich größerer Kaliber die Rutsche hinunter. Ich musste mich mit beiden Händen von oben bis unten runterschieben, zur großen Freude meiner schönen Frau und sämtlicher umstehender Badegäste. So etwas wollte ich nicht noch einmal erleben, zumal die Waldturm-Rutsche um einiges länger war, als die Raschauer Wasserrutsche.
Ich weiß bis heute nicht, woran es gelegen hat. Aber für die Waldturm-Rutsche ist ein Rutschsack vorgeschrieben, in den man seine Füße steckt und darauf liegend erreicht man sofort ungefähr Schallgeschwindigkeit. Das merkt man daran, dass man unten ist, bevor man seinen eigenen Angstschrei gehört hat, der dann nach einem unten aus der Röhre kommt. Gleich am Anfang des Waldwipfelweges befindet sich das Waldgasthaus, in dem Kinder riesige Germknödel mit Vanillesoße verschlingen, die sie anschließend auf einem großzügigen Kletterspielplatz wieder abtoben können.
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