Drastische Methoden
Nach einem Urlaub im Bayerischen Wald, in dem wir quasi in Saus und Braus gelebt haben, heißt es nun wieder konsequent den Gürtel enger zu schnallen. Verzichten auf alles, was dick macht: Kameras bin ich ja schon seit einer Woche aus dem Weg gegangen, aber nun werde ich auch die Waage meiden und vor allem Spiegel. In der Wohnung werde ich alle Spiegel ab- oder zuhängen und Fußwege, die an spiegelnden Schaufenstern vorbeiführen, werden nicht mehr benutzt. Es könnte aber sein, dass diese Maßnahmen allein nicht ausreichen, um wieder Normalgewicht beziehungsweise wenigstens eine einigermaßen akzepteable Außenansicht wiederherzustellen.
Möglicherweise muss man auch zu drastischen Methoden greifen. In einem Spiegelkabinett bin ich auf eine Spiegelkonstruktion gestoßen, die als Ausnahme von der selbst verordneten Spiegelabstinenz zugelassen werden könnte: den Halbseiten-Spiegel. Man stellt sich nur mit einer Körperhälfte davor, die andere bleibt hinter einer ebenfalls spiegelnden Wand. Im gegenüberliegenden Spielgel wird dann die sichtbare Hälfte gespiegelt, was im Ergebnis eine deutliche Verschlankung einbringt. Damit kann man weiterleben.
Natürlich müssen wir auch bei der Ernährung wieder mehr auf Nachhaltigkeit und Gesundheit setzen. Keine Ahnung, wie die Bayern das machen. Alles, was im übrigen Land als ungesund und grundverkehrt auf der schwarzen Liste steht, ist hier Grundnahrungsmittel, Alltagsgetränk oder sogar Diät. Aber was soll's? Wir sind nun mal keine Bayern. Man merkt das auch an der Essensausgabe im Biergarten. Bestellt man beispielsweise den Leberkäs oder Haxen, bekommt man das Gericht sofort ohne weitere Wartezeit herausgereicht. Nimmt man die Kartoffelsuppe, bekommt man einen Wartevibrator und kann sich erst noch mal hinsetzen. Natürlich mit einem Hefeweizen.
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