Nicht mehr Tier und noch nicht Mensch
Jetzt ist aber auch mal wieder Schluss mit dem "Goldenen Oktober". Wir wollen endlich mal wieder richtiges, schmuddeliges Herbstwetter haben. Der Schüler hat extra eine Regenschutzhaube für seinen Ranzen bekommen. Wenn es erst pünktlich zum Ferienbeginn anfängt zu regnen, wird er lamentieren. Und vielleicht den Schulranzen mit in den Urlaub nehmen wollen. Wer weiß schon, ob es nach den Ferien weiterregnet und wenn nicht, liegt die Regenschutzhaube völlig nutzlos in der Ecke. Außerdem weiß man gar nicht, was man den Kindern morgens anziehen soll. Die dicke Jacke ist früh zwar angemessen, aber nachmittags ist man damit völlig overdressed. Dann wird sie einfach weggelassen und es wird im T-Shirt herumgesprungen, obwohl vielleicht noch wenigstens ein Pulluver angebracht wäre.
Es ist eben Übergangszeit, in der nichts richtig passt. Kauft man nun noch helles Hefeweizen oder schon dunkles? Bei vierundzwanzig Grad im schönsten Sonnenschein mit dunklem Hefeweizen auf der Terasse zu sitzen gehört sich genausowenig, wie bei sechs Grad mit dem hellen Weißbier im Regen zu stehen. Man kann machen, was man will, es wird einfach immer verkehrt sein. Übergangszeiten sind nichts für Feiglinge und Warmduscher.
Das große astrologische Weltzeitalter, in dem wir alle leben, markiert auch gerade eine Übergangszeit. Vom Zeitalter der Fische zum Zeitalter des Wassermanns. Nicht mehr zum alten und noch nicht zum neuen gehörig, fühlen wir uns überall verkehrt und nichts passt so richtig zusammen. Das wäre doch eine schöne Erklärung für den gegenwärtigen Zustand der Welt und man könnte hoffen, dass sich irgendwann einfach die "aquatischen Eigenschaften" wie Freiheit und Freundschaft zu manifestieren beginnen. Aber vor fünfhundert Jahren, definitiv noch in den Fischen, haben sich die Menschen auch nicht weniger verloren gefühlt und "Fische-Eigenschaften" wie Mitgefühl und Erlösung waren, verglichen mit anderen Zeitaltern, auch nicht im Übermaß spürbar. Es liegt wohl eher an unserem unfertigen Wesen, nicht mehr Tier und noch nicht Mensch, dass wir so zerissen sind. Also kaufe ich beides, dunkel und hell. Und die Kinder ziehe ich warm an.
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